Wie können Sie Aufschieberitis bekämpfen? – 7 Tipps!

Ich selbst bin ein Paradebeispiel dafür und vielen anderen wird es wohl auch so gehen: Man neigt dazu, bestimmte Verpflichtungen vor sich herzuschieben. Obwohl man ganz genau weiß, dass dieses oder jenes ansteht, gibt es auf einmal tausend andere Dinge, die “wichtiger” (oder zumindest für den Augenblick erstrebenswerter) scheinen, wie zum Beispiel das Geschirr zu spülen, noch schnell dieses Video auf youtube zu schauen und so weiter…

 

Wie können Sie Aufschieberitis bekämpfen? – 7 Tipps!

Ob es sich jetzt um eigene Projekte, das Ausfüllen der Steuererklärung oder etwas anderes handelt – ärgerlich ist es, wenn man die Dinge nicht erledigt bekommt und zudem auch noch demotivierend. Man fängt irgendwann an, an der eigenen Leistungsfähigkeit zu zweifeln.

Aber wie wird man nun dieser Geschichte Herr? Was kann man tun, um wichtige Dinge, die man sich vorgenommen hat, nicht zugunsten von Nebensächlichkeiten auf die lange Bank zu schieben? Wie bekämpft man Aufschieberitis? Einige Ansätze dazu habe ich hier gesammelt.


1. Ursachenforschung: Gründe für Aufschieberitis

Machen wir uns zunächst einmal Gedanken darüber, warum man überhaupt dazu geneigt ist, Dinge vor sich herzuschieben. Man sollte seinen Feind kennen, bevor man ihn bekämpft. Hier eine Liste potentieller Gründe:

  • schlechte Organisation/Planung
  • der Sinn der Sache ist nicht klar genug, dadurch mangelt es an Motivation
  • die Sache macht schlicht und ergreifend keinen Spaß
  • persönliche Vorbehalte/Zweifel der Sache oder den eigenen Erfolgsaussichten gegenüber
  • fehlende Erfolgserlebnisse

Vor allem die persönlichen Vorbehalte können ein echter Killer sein. Ich habe mich schon des öfteren daran gesetzt, einen Roman zu schreiben.. und immer wider nach ca. 50 Seiten aufgegeben. In dem Fall waren wohl mehrere Ursachen präsent (z.B. mangelnde Organisation), aber der Hauptgrund ist meines Erachtens, dass ich irgendwann einfach nicht mehr zufrieden war mit dem, was ich geschrieben habe. Mich nicht für gut genug gehalten habe, um das Ganze zu vollenden. Und auch wenn ich daran weiterarbeiten / es verbessern wollte, ich bin nie dazu gekommen, weil ich es andauernd vor mir hergeschoben habe. Das selbe gilt für einige andere Beispiele aus dem persönlichen Bereich, aber das würde jetzt den Rahmen sprengen – wie gehabt, ich bin ein Paradebeispiel für Aufschieberitis.

Jedenfalls: Allein das Bewusstmachen der Gründe, die Hinter dem Aufschieben stehen, bringt uns der Lösung schon einen Schritt näher. Bei persönlichen Projekten und dergleichen gilt es z.B. zu überlegen, ob wir uns nicht die Ziele zu hoch gesteckt haben oder ob wir das Ziel wirklich erreichen wollen.

 

2. Selbstanalyse – Was hindert uns?

Das die Gründe von Sache zu Sache verschieden sind, liegt auf der Hand. Um uns selbst auf die Spur zu kommen, was die Gründe für das Aufschieben betrifft, bietet sich das folgende an: Wenn wir entdecken, dass wir eine Aufgabe vor uns herschieben, beantworten wir uns dazu folgende Fragen:

  • Warum tue ich es nicht?
  • Was bringt es mir, diese Aufgabe jetzt nicht zu erledigen?
  • Welche Gefühle habe ich der Aufgabe gegenüber?
  • Welche Gefühle habe ich der Tatsache gegenüber, dass ich die Aufgabe aufschiebe?
  • Was bringt mir das, was ich stattdessen zu tun gedenke?
  • Was werde ich jetzt damit machen?

Dadurch machen wir uns die Vorgänge in uns, die an der Aufschieberei schuld oder beteiligt sind, bewusster und haben eher eine Chance, uns dieser anzunehmen.

 

3. Selbstanalyse – was führt zum Erfolg?

Da wir ja – hoffentlich! – nicht ausschließlich erfolglos beim Durchführen geplanter Aufgaben sind, lohnt es sich, bei den Dingen, die geklappt haben, näher hinzuschauen. Mit etwas Glück können wir daraus für uns eine Art “Erfolgsrezept” konstruieren, dass sich auf Aufschieberitis-Fälle anwenden lässt.

 

4. Sich selbst unter Druck setzen

Wenn man sich selbst unter Druck setzt, erhöht man die Wahrscheinlichkeit, Dinge zu erledigen. Und wie macht man das nun? Ganz einfach: Einen Außenstehenden (Verwandter, Freund…) darüber informieren, was man vorhat und sich diesem gegenüber dazu verpflichten, eine “Strafe” abzuleisten, wenn man die Aufgabe, um die es geht, nicht zum festgesetzen Zeitpunkt erledigt hat. Die Strafe könnte z.B. Autoputzen, zum Essen einladen oder irgendetwas dieser Art sein.

 

5. Aufgaben planen

Gerade größere Aufgaben tragen in sich die Tendenz, wie ein gewaltiger unüberwindlicher Berg vor uns aufzuragen und schon im Vorfeld den Mut zu nehmen, sie überhaupt anzugehen. Um dieser Problematik Herr zu werden, bietet es sich an, in schriftlicher Form die Aufgabe und ihre Teilbereiche zu notieren -das gibt uns Sicherheit und das Wissen, dass die Aufgabe überschaubar und zu bewältigen ist.

 

6. Die eigene Trägheit überwinden

Hat man etwas einmal angefangen, entwickelt es sich meist von selbst weiter. Einfach mit dem kleinstmöglichen Schritt anfangen, der zur Bewältigung der Aufgabe notwendig ist, mit dem Wissen, dass es einem freisteht, nach diesem ersten, kleinen Schritt auch wieder aufzuhören. Sich dazu zwingen, danach weiter zu machen, ist kontraproduktiv – damit wird beim nächsten Mal der erste kleine Schritt damit verknüpft, dass es nicht dabei bleibt.

Ein Beispiel: Der Routinetermin beim Zahnarzt ist fällig. Und wird aufgeschoben und aufgeschoben.. der kleinstmögliche Schritt wäre in diesem Fall zum Beispiel, die Telefonnumer des Zahnarztes rauszusuchen und sie nebens Telefon zu legen.

Ein weiterer Tipp: Ich verwende an besonders trägen Tagen (oder auch besonders durchgeplanten) ab und an natürliche Nootropika als Ergänzung. Diese sorgen quasi wie ein „besserer“ Kaffee für etwas mehr Konzentration und Tatendrang, weshalb ich damit deutlich schneller und mit mehr Spaß meine To-Do Liste abarbeiten kann!

 

7. Sich selbst belohnen

Belohnungen sind die angenehmste Art, sich selbst zu motivieren. Überlegt euch zu jeder Aufgabe eine Belohnung, die leicht einzulösen und dem Schwierigkeitsgrad der Aufgabe angemessen ist. Wenn möglich sollte die Belohnung in Sichtweite sein, wenn an der Aufgabe gearbeitet wird, damit man sein “Ziel” vor Augen hat.

So, und zum Abschluss mal Hand aufs Herz, Leute: Wer hat genau jetzt irgendetwas aufgeschoben und stattdessen diesen Beitreg gelesen

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