Ist Fasten gesund? Hintergrund und gesundheitliche Betrachtung

Warum wird überhaupt gefastet?

Für Christen begann am Aschermittwoch die Fastenzeit, für Karnevalisten war er das Ende der „fünften Jahreszeit“.

Und weil ein solcher Tag eine Zäsur im Alltag darstellt, nehmen viele Menschen diesen Tag zum Anlass, genau diesen Alltag, zumindest für einen gewissen Zeitraum, ganz anders, wesentlich gesünder, zu gestalten. Ob Christen oder Nicht-Christen, viele Menschen haben Vorsätze gefasst. Erstaunlich, dass sich sowohl katholische, protestantische als auch konfessionslose Menschen in den kommenden 40 Tagen der Fastenzeit besonders um ihre Gesundheit kümmern wollen.

40 Tage lang wirklich zu fasten, also auf feste Nahrung zu verzichten, das kann zwar gesund sein, ist aber dennoch eine harte Sache. Ich habe es zwei Wochen durchgezogen und sehnte mich schon nach einer Woche nach dem ersten Brötchen. Etwas schlauer stellten es schon in früher Zeit die bayerischen Mönche an: Sie verzichteten zwar auf feste Nahrung, doch sie verstärkten ihr „flüssiges Brot“, das Bier, um einige Prozent Alkohol. Das ist auch der Grund weshalb in Bayern genau zur Fastenzeit die Starkbierzeit beginnt. Es wird „Märzen“ ausgeschenkt.

Gesundheit in der Fastenzeit

Doch zurück zu den gesundheitlich relevanten Vorsätzen, die ab Aschermittwoch auch gelten sollten. 17 Prozent der in einer Umfrage befragten Deutschen beabsichtigten, bis Ostern auf gewisse Nahrungs- oder Genussmittel zu verzichten. Das scheinen zwar nicht viele zu sein, doch wenn man es auf die Gesamtbevölkerung umrechnet, so schreibe ich doch über mehr als 14 Millionen Menschen.

Bei den Katholiken wollten 35 Prozent Zurückhaltung üben, bei den Protestanten waren es 15 Prozent. Doch auch 10 Prozent Konfessionslose sagten, dass sie während der kommenden 40 Tage in irgendeiner Form „fasten“ wollen. Dabei wurde das Fasten in allen Kategorien etwas weiter gefasst: 64 Prozent wollten auf Süßigkeiten verzichten, 48 Prozent auf Alkohol, 16 Prozent auf Fleisch und 11 Prozent auf Zigaretten. Ganz allgemein weniger essen oder für eine gewisse Zeit ganz auf Essen verzichten wollten aber nur 20 Prozent der Fastenwilligen.

Dennoch werden mit diesem Fasten auch die am weitesten verbreiteten Risikofaktoren für Ihre Gesundheit angegangen. Am meisten profitieren diejenigen, die ohnehin vorhatten, ihr Gewicht zu reduzieren. Hätten sie sich gleichzeitig jeden Tag für eine Stunde Bewegung (Walking) verordnet und dafür auf eine Stunde TV auf der Couch verzichtet, so würden sie, vorausgesetzt, sie halten es bis Ostern durch, ihrer Gesundheit einen großen Gefallen tun.

Falls auch Sie zu den 14 Millionen „Fastern“ zählen, möchte ich Sie dazu ermuntern diese gesunde Lebensweise, wenn Sie es schon 40 Tage lang geschafft haben, auch nach Ostern beizubehalten.

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