Johanniskraut- pflanzliche Hilfe gegen Depression und Erschöpfung

Es ist umstritten, ob das Johanniskraut seinen  Namen erhielt, weil es stets um den Johannistag am 24. Juni in voller Blüte steht oder ob der Jünger Johannes für die Namensgebung verantwortlich ist- sicher ist jedoch, dass die Pflanze seit langer Zeit gegen Depression, Erschöpfung und andere Beschwerden erfolgreich eingesetzt wird.

 

Wie wirkt das Johanniskraut?

Studien zufolge wirkt hochdosiertes Johanniskraut-Extrakt ähnlich gut wie ein synthetisches Antidepressivum. Diese Wirkung soll beim Johanniskraut vor allem auf die Wirkstoffe Hyperforin und Hypericin zurück zu führen sein. Diese Wirkstoffe erzielten denselben Effekt wie die synthetischen Arzneien: nämlich die Wiederaufnahmehemmung von Serotonin, Noradrenalin und Dopamin.

Was heißt nun hochdosiert? Allgemein wird zu einer Einnahme von mindestens 900mg Extrakt täglich geraten, manche Studien gehen sogar von einer notwendigen Dosis von bis zu 1.800mg Extrakt aus, um die erwünschte Wirkung zu erzielen. Wichtig hierbei ist es, den Unterschied zwischen Johanniskrautextrakt und gemahlenem Johanniskraut zu kennen: letzteres wirkt rund fünf Mal schwächer als das Extrakt. Hier lohnt sich also der Gang in die Apotheke, denn die Aussage auf einer Packung vom Drogeriemarkt ‘5oomg Johanniskraut pro Dragee’ bleibt schlichtweg unklar.

Ebenfalls zu beachten ist die Wechselwirkung des Johanniskrauts mit anderen Medikamenten.  So wird eine Reihe synthetischer Antidepressiva in ihrer Wirkung durch Johanniskraut beeinträchtigt- wobei die kombinierte Einnahme sowieso relativ sinnlos wäre-, die Anti-Baby-Pille wird schneller abgebaut und kann somit ihre Wirkung verlieren und auch manche Antibiotika, Aids-Präparate und Immunsepressiva werden durch Johanniskraut in ihrer Wirkung beeinträchtigt. Bei Einnahme solcher Medikamente unbedingt Rücksprache mit dem Arzt halten, bevor man eine Therapie mit Johanniskraut beginnt.

 

Wann entfaltet Johanneskraut die beste Wirkung?

Die positiven Wirkungen des Extrakts entfalten sich erfahrungsgemäß nach zwei bis vier Wochen. Dabei ist bei der Therapie mit minimalen Nebenwirkungen zu rechnen, sofern überhaupt welche auftreten: am häufigsten wird hier von gestiegener Lichtempfindlichkeit berichtet. Es ist also ratsam, die Einnahme vor einem Sommerurlaub oder vor gehäuften Solariumbesuchen einzustellen. Ansonsten kann  es in Einzelfällen zu Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen kommen, wovon jedoch eher selten berichtet wird.

Johanniskraut wird außer gegen Depressionen auch zur äußeren Anwendung benutzt: hier soll es bei Verletzungen oder Verbrennungen sowie gegen Rheuma oder Ischias helfen. Diese sehr schöne Staude kann übrigens problemlos in trockenen, sonnigen Lagen angebaut werden.

Abschließend noch ein wichtiger Hinweis beim Einsatz gegen depressive Verstimmungen: hier sollte man unbedingt den Schweregrad der Depression oder des Stimmungstiefs beachten: hält es über längere Zeit scheinbar grundlos an, so ist von einer Eigentherapie unter Umständen abzuraten, da hierdurch eine eventuell sehr  viel wichtigere ärztliche Hilfe verschleppt oder verhindert wird.  Fühlt man sich über einen längeren Zeitraum niedergeschlagen, antriebslos und depressiv, so sollte der Gang zum Arzt auf jeden Fall erste Priorität haben.

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