Mit der Alexander-Technik Verspannungen lösen!

Verspannungen sind oft das Ergebnis einer falschen Körperhaltung. Ungünstige Bewegungsabläufe, die man sich im Lauf des Lebens angewöhnt hat, können zu Haltungsschäden bis hin zu chronischen Rückenschmerzen führen. Hier setzt die Alexander-Technik an: der Klient lernt, die für ihn ungünstigen Bewegungsmuster zu erkennen und zu korrigieren.

 

Was ist die Alexander-Technik ?

Entwickelt  wurde die Alexander-Technik Ende des 19. Jahrhunderts durch den australischen Schauspieler Frederick Matthias Alexander. Seine Atembeschwerden, die ihn seit seiner Kindheit begleiteten, wurden zum ernsten Problem, als er bei seinen Auftritten immer wieder die Stimme verlor. Daraufhin begann er, seine eigenen Verhaltensmuster zu beobachten und entdeckte, dass er durch seine Kopfhaltung beim Sprechen Druck auf Kehlkopf und Brust ausübt und damit seine Beschwerden selbst verursachte. Er therapierte sich  und entwickelte die heute als Alexander-Technik bekannte Methode, die vor allem in den USA, in England und in der Schweiz verbreitet ist. Doch auch in Deutschland findet man immer mehr ausgebildete Lehrer.

Die Alexander-Technik ist kein Wundermittel, das nach einer Sitzung Beschwerdefreiheit herbei zaubert. Ungünstige Bewegungsabläufe, die man sich in vielen Jahren angewöhnt hat, können nicht in einer Stunde eliminiert werden.  Auch ist bei dieser Methode die eigene Mitarbeit des Patienten unbedingte Voraussetzung für den Erfolg. Dabei geht es weniger darum, zu lernen, wie man sich ‘richtig’ bewegt- vielmehr ist es das Ziel, schädliche Bewegungen zu unterlassen. Es wird davon ausgegangen, dass scheinbar automatisierte Reaktionen wie das Zusammenzucken, wenn das Telefon klingelt oder das Hochziehen der Schultern in prekären Situationen durchaus auch wieder verlernt werden kann. In der Alexander-Technik ist man der Ansicht, dass jeder Mensch einen gewissen Spielraum zwischen dem Reiz und seiner Reaktion darauf hat. In diesem Spielraum könne er sich auch für eine andere Reaktion als die bisherige entscheiden.

 

Körper und Geist als Einheit mit der Alexander-Technik !

Dies hat mit Aufmerksamkeit und Bewusstheit zu tun. Nach Ansicht Alexanders bilden Körper und Geist des Menschen eine Einheit, in der sich körperliche Bewegungsablaufe und Psyche gegenseitig beeinflussen. So könne man mit dieser Technik nicht nur seine körperlichen Verspannungen in den Griff bekommen, sondern werde auch psychisch stabiler und entspannter. Das veränderte Körperbewusstsein wirke sich also nicht nur positiv für Schauspieler und Musiker aus, sondern sei auch eine Hilfe für alle Stressgeplagten.

In der Praxis werden dem Schüler durch die Therapeutin oder den Therapeuten mittels Handauflegen bei bestimmten Bewegungsabläufen bewusst gemacht, welche Muskeln er womöglich unnötigerweise anspannt und welche Haltungen er einnimmt. Dadurch wird die Aufmerksamkeit des Klienten für seine eigenen Muster geschult, was die  Voraussetzung ist, um sie zu ändern. Dies wird anschließend erlernt.

Alexander dokumentierte seine Methode in Büchern wie “Der Gebrauch des Selbst” (1932). Wissenschaflich ist die Technik noch nicht eindeutig belegt, jedoch wurde zwischen den Jahren 2002 und 2004 von den britischen Universitäten Southampton und Bristol eine Vergleichsstudie mit 579 Patienten durchgeführt. Die Personen wurden in vier Gruppen aufgeteilt, von denen eine mit der herkömmlichen klassischen Medizin, eine andere mit Massagen und die beiden anderen mit jeweils 6 und 24 Lehrstunden der Alexander-Technik behandelt wurden. Die Erfolge waren bei den Patienten der Gruppe, die 24 Stunden lang die Alexander-Technik erlernt hatten, mit Abstand am größten und wurden sogar ein Jahr später nochmals bestätigt.

Dennoch wird die Therapie von den Krankenkassen im Allgemeinen bisher nicht übernommen.

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