Was können Sie tun wenn die Pflege zum Muss wird?

Natürlich, so gut wie jeder wünscht sich ein langes Leben in Gesundheit und Wohlstand. Jedoch ist weder das eine noch das andere irgendeinem von uns gewiss. Gerade mit der Gesundheit ist es wie im Glücksspiel. Man kann sein Leben lang auf Gesundheit geachtet, wie man so schön sagt „gesund gelebt“ haben, nie geraucht, immer das richtige Maß an Bewegung gemacht, ausgewogen und bewusst gegessen haben – und trotzdem plötzlich schwerkrank dastehen.

 

Es gibt viele Gründe für plötzlichen Pflegebedarf

Das Szenario funktioniert natürlich auch in die andere Richtung, leidenschaftliche Raucher rechtfertigten ihr unverbesserliches Laster schon immer gerne mit Worten wie „mein Onkel XY hat sein Leben lang Kette geraucht, gesoffen und gefressen und hat damit nicht aufgehört bis er mit 95 ins Gras gebissen hat“. Beide Fälle sind keine Erfindungen, beide Szenarien bewegen sich im Bereich des Möglichen, ja im Bereich des Realistischen. Wie lange wir leben werden, wir wissen es nicht und wie lange Göttin Fortuna uns dieses Leben in Gesundheit gewährt ebenso wenig. Egal in welcher Lebenslage wir uns befinden – es reicht ein Unfall, Infarkt oder Schlaganfall und schon hat man im nächsten Moment ein pflegebedürftiges Familienmitglied.

Gerade mit der Pflege wird es aber heutzutage immer schwieriger. Der Konkurrenzkampf am Arbeitsmarkt wird immer größer, Firmen sehen in Zeiten wirtschaftlicher Schwierigkeiten immer mehr von sozialen Zugeständnissen ab und viele der Industriestaaten schnüren Sparpakete, die auch vor dem Bereich Soziales mit Abschlägen nicht Halt machen. Die Pflege wird zunehmend in den privaten Bereich abgeschoben und viele Familien stehen damit vor schier unlösbar scheinenden Problemen.

 

Auf Pflegezeit pochen?

Wichtig ist es, sich im Falle des Bedarfs einer beruflichen Auszeit zum Zweck der Pflege eines nahe stehenden Verwandten, genau zu informieren bevor man den Arbeitgeber mit dem Anliegen konfrontiert. Nur wer seine Rechte kennt und weiß worauf genau er Anspruch hat, hat im Gespräch mit dem Vorgesetzten eine Chance. Wer schlecht informiert in ein solches Gespräch geht, riskiert Ärger, eine Absage und im schlimmsten Fall sogar einen Schaden an der Karriere. Im Falle dessen, dass die Situation in der Zeit des Ansuchens um die Pflege- Karenz noch stark emotional aufgeladen ist (wie das ja zum Beispiel bei plötzlich eintretenden Schicksalsschlägen von Verwandten nahe liegend ist), empfiehlt es sich, sich auch emotional erst einmal auf das Gespräch einzustellen und gegebenenfalls auch Hilfe bei Freunden oder professionellen Stellen zu suchen.

Wie das in der Privatwirtschaft ja leider häufig der Fall ist, finden viele Arbeitgeber Mittel und Wege die gesetzlichen Vorgaben in vielerlei Fällen geschickt zu umgehen, wenn diese ihnen nicht in den Kram passen. Hier hilft in jedem Fall eine Rechtschutzversicherung, sollte die Sache so weit gehen, dass man als Arbeitnehmer sein Recht einklagen muss.

 

Professionelle Pflegekräfte

Viele sind in der Situation, professionelle Pflegekräfte für ein pflegebedürftiges Familienmitglied anstellen zu müssen. Häufig sind es dann Pflegekräfte aus Polen oder anderen ehemaligen Ostblock Staaten, die hier die Lösung darstellen. Glücklicherweise findet man in Deutschland viele gut ausgebildete und auch deutsch sprechende Pflegerinnen, die meist eher leistbarer sind als heimische Pflegekräfte.

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